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Alternative zur BU

Erwerbs­unfähigkeits­versicherung

Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung kann eine Alternative darstellen, wenn der Abschluss einer Berufsunfähigkeits­versicherung nicht möglich ist.

Wichtig Eine BU-Versicherung ist der EU-Versicherung meist vorzuziehen. BU-Vergleich anfordern

Private Arbeitskraftabsicherung

Was ist eine private EU-Versicherung?

Eine private Erwerbsunfähigkeitsversicherung zahlt die vereinbarte monatliche Rente, wenn die versicherte Person wegen Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfall nach der vertraglichen Definition nur noch in sehr geringem Umfang irgendeiner Erwerbstätigkeit nachgehen kann. Häufig liegt die Grenze bei weniger als drei Stunden täglich. Maßgeblich sind jedoch immer Stunden- und Prognosegrenze des konkreten Tarifs.

Kurz gesagt: Die Versicherung schützt nicht den bisherigen Beruf oder die erreichte Lebensstellung. Sie ist ein Basisschutz für den weitgehenden Verlust der gesamten Erwerbsfähigkeit und bietet deshalb deutlich weniger Schutz als eine Berufsunfähigkeitsversicherung.

Leistungen richtig trennen

Private EU, private BU und gesetzliche Erwerbsminderungsrente

MerkmalPrivate EUPrivate BUGesetzliche EM-Rente
PrüfmaßstabErwerbsfähigkeit in irgendeiner Tätigkeitzuletzt konkret ausgeübter Berufallgemeiner Arbeitsmarkt
Typische Leistungsschwellehäufig weniger als drei Stunden täglich; tarifabhängighäufig mindestens 50 Prozent für voraussichtlich sechs Monate; tarifabhängigunter drei Stunden voll, drei bis unter sechs Stunden teilweise
Rentenhöhevertraglich vereinbartvertraglich vereinbartindividuell aus Rentenkonto und gesetzlichen Regeln
Zusätzliche VoraussetzungenVersicherungsbedingungen und GesundheitsprüfungVersicherungsbedingungen und Gesundheitsprüfunginsbesondere Warte- und Pflichtbeitragszeiten

Die private EU ist nicht mit der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente identisch. Eine Entscheidung der Deutschen Rentenversicherung verpflichtet einen privaten Versicherer grundsätzlich nicht automatisch, sofern der Tarif keine entsprechende Anerkennungsregel enthält.

Basisschutz statt Berufsschutz

Für wen kann eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung sinnvoll sein?

Sie kann infrage kommen, wenn eine ausreichend hohe und lange BU wegen eines körperlich belastenden Berufs, Vorerkrankungen oder eines nicht tragbaren Beitrags nicht erreichbar ist. Das betrifft beispielsweise einzelne Handwerks-, Pflege-, Kunst- oder Risikoberufe. Sie ist aber nicht automatisch die beste oder einzige Alternative.

Vor einem Abschluss sollte zunächst geprüft werden, ob eine BU mit anderer Berufsgruppeneinstufung, angepasster Rentenhöhe oder über eine anonyme Risikovoranfrage möglich ist. Danach lassen sich EU, Grundfähigkeitsversicherung und weitere Alternativen zur BU anhand der tatsächlich versicherten Leistung vergleichen.

Entscheidung prüfen

Erst BU-Möglichkeiten klären

Wir prüfen Versicherbarkeit, Berufsgruppe und Bedingungen, bevor ein schwächerer Basisschutz gewählt wird.

Vertrag entscheidet

Welche Bedingungen sollte eine private EU enthalten?

Leistungsdefinition

Stundengrenze, Bezugszeitraum und der gesamte Arbeitsmarkt müssen eindeutig formuliert sein.

Prognose und Rückwirkung

Prüfen, wie lange der Zustand voraussichtlich bestehen muss und ab wann rückwirkend geleistet wird.

Laufzeit

Versicherungs- und Leistungsdauer sollten möglichst bis zum geplanten Ruhestand reichen.

Nachversicherung

Erhöhungen müssen zu Einkommen und Lebensereignissen passen; Gesundheits- und Risikoprüfung getrennt betrachten.

Dynamik

Beitrags- und Leistungsdynamik helfen, den Kaufkraftverlust der Rente zu begrenzen.

Weltweiter Schutz

Geltungsbereich, Untersuchungen im Ausland, Reisen und Mitwirkungspflichten prüfen.

Beitrag

Was kostet eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung?

Pauschale Preisangaben sind nicht belastbar. Der Beitrag hängt unter anderem von Eintrittsalter, Gesundheitszustand, Rentenhöhe, Laufzeit und Tarif ab. Eine EU ist häufig günstiger als eine BU, weil die Leistungshürde höher und der Schutz geringer ist. Zahl- und Bruttobeitrag sowie Bedingungen müssen gemeinsam verglichen werden.

Antrag

Gesundheitsfragen und mögliche Ergebnisse

Auch eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung verlangt in der Regel Gesundheitsangaben. Die Prüfung kann zu Normalannahme, Risikozuschlag, Leistungsausschluss, Zurückstellung oder Ablehnung führen. Weniger weitgehender Versicherungsschutz bedeutet nicht automatisch, dass jede Vorerkrankung angenommen wird.

Gesundheitsfragen sind nach ihrem konkreten Wortlaut und Zeitraum zu beantworten. Die Seite Gesundheitsfragen richtig beantworten erklärt das Vorgehen; bei Diagnosen vertieft BU und Vorerkrankungen die Versicherbarkeit.

Leistung statt Etikett

Arbeitskraftschutz passend auswählen

Entscheidend ist nicht der Produktname, sondern wann, wie lange und in welcher Höhe der Vertrag tatsächlich leistet.

Häufige Fragen

FAQ zur Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Wann zahlt eine private Erwerbsunfähigkeitsversicherung?

Sie zahlt nach den vereinbarten Bedingungen, wenn die versicherte Person aus gesundheitlichen Gründen nur noch in sehr geringem zeitlichem Umfang irgendeiner Erwerbstätigkeit nachgehen kann. Häufig liegt die Grenze bei weniger als drei Stunden täglich; Prognosezeitraum und Definition sind tarifabhängig.

Was ist der Unterschied zwischen Erwerbsunfähigkeitsversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die BU schützt den zuletzt konkret ausgeübten Beruf. Die EU prüft die Erwerbsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt und leistet daher erst bei deutlich stärkerer Einschränkung.

Ist die private Erwerbsunfähigkeitsversicherung mit der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente identisch?

Nein. Die private Versicherung beruht auf einem Vertrag und zahlt die vereinbarte Rente. Die gesetzliche Leistung setzt zusätzlich rentenrechtliche Voraussetzungen voraus.

Für wen kann eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung sinnvoll sein?

Sie kann als Basisschutz infrage kommen, wenn eine passende BU wegen Beruf, Gesundheit oder Beitrag nicht erreichbar ist. Vorher sollten BU-Angebote und eine Risikovoranfrage geprüft werden.

Welche Bedingungen sind bei einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung wichtig?

Wichtig sind Leistungsdefinition, Stunden- und Prognosegrenze, Laufzeit, Rückwirkung, Nachversicherung, Dynamik, weltweiter Schutz sowie Ausschlüsse und Mitwirkungspflichten.

Ist eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung immer günstiger als eine BU?

Häufig ist sie günstiger, weil die Leistungshürde höher ist. Der konkrete Beitrag hängt jedoch von Alter, Gesundheit, Rentenhöhe, Laufzeit und Tarif ab.